Die Vorschätzung für das laufende Wirtschaftsjahr 2023/24 ergibt für Haupterwerbsbetriebe ein um 40 % rückläufiges Unternehmensergebnis. Neben zahlreichen Faktoren führen vorwiegend gesunkene Milch- und Getreidepreise zu einem durchschnittlichen Gewinn von 80 000 €. Für viele Aufwandspositionen werden weiterhin hohe Preise erwartet. Jürgen Boerman und Marco Hoffmann, Landwirtschaftskammer NRW, stellen die Ergebnisse der Schätzung vor.
Bei Energie und Zukauffutter zeichnen sich gegenläufige Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahr ab. Summa summarum reicht das erwartete Unternehmensergebnis von 80 000 € für einen bäuerlichen Familienbetrieb nicht aus. Denn davon sind zunächst die privaten Lebenshaltungskosten wie Nahrungsmittel, Bekleidung, Freizeit sowie private Steuern zu bestreiten. Auch betrieblich bedingte Ausgaben wie die Krankenversicherung, die Beiträge zur Alterssicherung, die Mitversorgung des Hofübergebers, die Tilgung privater Darlehen sowie Investitionen müssen aus dem Gewinn finanziert werden. Den Betriebsergebnissen der letzten Jahre lässt sich eine Zielmarke von mindestens 100 000 € entnehmen, die für eine Existenzsicherung erforderlich sind. Aber: Das durchschnittliche Unternehmensergebnis eines nordrhein-westfälischen Haupterwerbers belief sich in den letzten fünf Jahren auf lediglich etwa 76 000 €.
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