Er gehört zu den am häufigsten auftretenden Zehenfehlstellungen – der Hallux valgus. Wir haben für Sie Hintergrundinformationen und Tipps zu Ursachen, Vorbeugung und Behandlung zusammengestellt.
Andrea und Eva verbindet ihre Liebe zu femininen Schuhen. Früher haben sie oft und gerne High Heels getragen. Im Gegensatz zu vielen anderen Frauen konnten sie darin sogar erstaunlich sicher laufen und es tat auch nichts weh. Heute, Andrea ist Mitte, Eva Anfang 60, werden die High Heels nur noch bei besonderen Anlässen vorgeführt. Sie sind Schuhen mit kleinerem Absatz gewichen. Gerne auch greifen beide zu Ballerinas oder Sneakers. Ihre Füße sind nicht mehr so belastbar und unempfindlich wie früher. Die Bänder haben nachgegeben, die Muskelmasse und das polsternde Fettgewebe zeigen sich leicht reduziert, die Knochen haben mehr Spiel und haben sich im Laufe der Jahre partiell verformt: Andreas und Evas Füße weisen einen Hallux valgus auf.
Dieser sogenannte Ballenzeh gilt als die am weitesten verbreitete Zehenfehlstellung. Mehr als 12 % der deutschen Bevölkerung haben an einem, meist an beiden Füßen einen Hallux valgus. Mit dem Alter steigen die Fallzahlen: Geschätzt hat etwa jeder dritte Mensch über 65 Jahre einen mehr oder weniger ausgeprägten Hallux valgus. Frauen sind viermal so oft betroffen wie Männer.
Mehr oder weniger schmerzhaft
Das hat auch mit dem Schuhwerk zu tun. Hochhackige und spitz zulaufende Schuhe üben einen unnatürlich hohen Druck auf den Vorderfuß aus und engen die Zehen ein. Oft verstärken geschwächte Beugesehnen die Fehlstellung, das Abweichen der Großzehe in Richtung der anderen Zehen. In der Folge tritt der Großzehenballen am Fußinnenrand deutlich hervor. Je nach Schuh und individueller Empfindlichkeit erfährt der Ballen Druck, kann schmerzen und sich entzünden.
Was die beiden Schuhfreundinnen unterscheidet? Andrea lebt auch heute noch munter und überwiegend schmerzfrei mit ihren Füßen. „Ich achte zwar mehr auf bequemes Schuhwerk und laufe zu Hause viel barfuß. Damit schone ich meine Füße bewusst. Andererseits trage ich in der Öffentlichkeit und bei Anlässen durchaus noch häufiger Schuhe mit mittlerem oder hohem Absatz.“
OP als Chance
Eva hingegen litt bei größerer Anstrengung wie auf Wanderungen zunehmend unter Schmerzen und hat sich einen ihrer Füße operieren lassen. Das ist nun ein gutes Jahr her, und mit dem Ergebnis ist sie mehr als zufrieden. „Einer meiner Füße hat Arthrose, aber keinen starken Hallux valgus. Ihn kann ich nicht mehr wirklich optimieren. Deshalb war es mir sehr wichtig, den anderen Fuß wieder in einen voll leistungsfähigen Zustand zu versetzen“, erklärt sie. Sie vertraute sich dafür einem erfahrenen Fußspezialisten an – die Operation verlief komplikationslos und erfolgreich, war aber vor allem in den ersten Folgetagen durchaus mit Schmerzen verbunden und fordert über Wochen körperlich genauso wie seelisch viel Kraft.
Das ist heute weit in den Hintergrund gerückt. Eva ist komplett beschwerdefrei, kann wieder joggen und Ski fahren. Für sie war die Operation eine sehr gute Entscheidung, für das Hier und Jetzt und für die Zukunft. „Wichtig war mir, die Operation in einem noch gemäßigten Stadium der Deformation durchführen zu lassen, in dem die Chance auf ein gutes Ergebnis sehr hoch ist. Das ist gelungen“, freut sich Eva.
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