Anders als in Umfragen kommen Analysen des tatsächlichen Kaufverhaltens zu einer konservativeren Einschätzung der Nachfrage nach Biolebensmitteln. Wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als Projektträger am Donnerstag vergangener Woche berichtete, zeigt eine Studie des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN), dass die Mehrheit der Verbraucher nur vereinzelt Ökolebensmittel kaufen. Um im konventionellen Lebensmittelhandel mehr Bioprodukte absetzen zu können, empfehlen die Studienautoren, vor allem umsatzstarke Produktgruppen, wie Tiefkühlkost und Süßwaren, auch in Bioqualität anzubieten und die Vorzüge von Ökoprodukten explizit zu bewerben. Die Forscher haben laut der BLE Einkäufe von rund 8 400 repräsentativen Haushalten aus dem Haushaltspanel der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ausgewertet und daraus Käufersegmente und vielversprechende Produkte identifiziert. Die bedeutendste Zielgruppe für das Biolebensmittelgewerbe sind der BÖLN-Studie zufolge Öko-Intensiv-Kaufende, die mehr als 20 % ihres Budgets für Bioprodukte ausgeben. Diese Gruppe umfasse nur 4 % der befragten Haushalte, vereine aber fast die Hälfte der Gesamtausgaben des Panels für Ökolebensmittel. Öko-Medium-Kaufende repräsentierten 15 % aller befragten Haushalte. Auf sie sei ein gutes Drittel aller Gesamtausgaben für Ökoprodukte zurückzuführen. Die meisten Panelteilnehmenden seien Öko-Zufalls- oder Öko-Wenig-Kaufende mit einem Anteil von jeweils 40 % an der gesamten Stichprobe; sie seien jedoch für nur rund 4 % beziehungsweise 20 % der Ökogesamtausgaben verantwortlich.