Für eine CO₂-Bepreisung als Leitinstrument der Klimapolitik hat sich jetzt auch die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina ausgesprochen und in diesem Zusammenhang für eine Einbeziehung der Landwirtschaft plädiert. Anreize für die Reduktion der Klimagasemissionen in Industrieprozessen und in der Landwirtschaft sollten klarer gesetzt werden, schreibt die Akademie in der jetzt vorgelegten Ad-hoc-Stellungnahme „Klimaziele 2030: Wege zu einer nachhaltigen Reduktion der CO₂-Emissionen“. Grundsätzlich werde auch hier ein angemessener CO₂-Preis eine ausreichende Steuerung bewirken. Der Emissionshandel sollte mittelfristig in allen Sektoren in Europa gelten. Momentan werde der Zertifikathandel nur in den Sektoren Industrie und Energiewirtschaft genutzt. Diese sektorale Betrachtung gelte es zu überwinden. Das dürfte allerdings auf hohe Hürden der politischen Umsetzbarkeit stoßen, räumt die Akademie ein und schlägt als Übergangslösung eine CO₂-Steuer oder ein separates Handelssystem für Emissionszertifikate vor. Der Ruf nach einer CO2-Bepreisung kam in den Wochen zuvor auch von anderen Vertretern der Wissenschaft sowie aus Politik und Wirtschaft. In einem Gutachten für die Bundesregierung sprach sich der Sachverständigenrat für Wirtschaftsfragen allerdings gegen eine Einbeziehung der Landwirtschaft aus. Infolge der großen Anzahl von Betrieben und der verschiedenen in diesem Bereich anfallenden Treibhausgase seien die Transaktionskosten zu hoch.