Für eine noch stärkere Verknüpfung von Agrarwirtschaft und Naturschutz haben Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesumweltministerin Svenja Schulze geworben. Nachdem vergangene Woche im Rahmen des Agrarpakets auch das Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten thematisiert worden war, besuchten die beiden Ministerinnen als Schirmherrinnen des Demonstrationsvorhabens „Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft“ (F.R.A.N.Z.) den Hof von Landwirt Peter Kaim in Ribbeck, der als einer von zehn Betrieben an dem Projekt der Umweltstiftung Michael Otto und des Deutschen Bauernverbandes (DBV) teilnimmt. Klöckner bezeichnete das F.R.A.N.Z.-Projekt als ein Vorhaben mit „bundesweiter Strahlkraft“. Die Maßnahmen, die entwickelt und erprobt würden, sollten auch auf andere Betriebe übertragen werden. Dafür sei es wichtig, dass sich die Naturschutzmaßnahmen gut in die betrieblichen Abläufe integrieren ließen und keine wirtschaftlichen Einbußen nach sich zögen, sagte die Ministerin. Die Maßnahmen müssten also praxistauglich sein. DBV-Präsident Joachim Rukwied unterstrich die große Bedeutung des Projekts für die gesamte Landwirtschaft. Nach seiner Auffassung zeigt das F.R.A.N.Z.-Projekt auf beeindruckende Weise, „wie wichtig es ist, die Landwirte in die Gestaltung der Naturschutzprogramme mit einzubinden und partnerschaftlich zusammenzuarbeiten“. Erfolgreiche Strategien für den Naturschutz in der Landwirtschaft erfordern ihm zufolge auch Maßnahmen, die nicht nur die Artenvielfalt fördern, sondern gleichzeitig in die Betriebsabläufe integrierbar und wirtschaftlich tragfähig sind. Nur so ließen sich in der gesamten Landwirtschaft biodiversitätsfördernde Maßnahmen umsetzen. Der Initiator der Michael Otto-Stiftung, Prof. Michael Otto, bezeichnete den Kampf gegen den Artenrückgang als eine der „drängendsten Aufgaben“ von Politik und Wirtschaft. Er zog ein positives Resümee zum bisherigen Verlauf des Projekts, das nach seiner Ansicht die Vereinbarkeit von produktiver Landwirtschaft und Naturschutz zeigt. Klöckner stellte klar, dass die Artenvielfalt für die Landwirtschaft entscheidend sei. Gleichzeitig sei das Vorkommen vieler Arten untrennbar mit dem Ackerbau verbunden. Die Demonstrationsbetriebe würden „diese beiden Enden“ zusammenbringen. Schulze zeigte sich in Ribbeck erfreut, „dass es auch in der konventionellen Landwirtschaft Vorreiter gibt, die den Naturschutz so beherzt anpacken“. Für Otto ist der kooperative Ansatz ein „entscheidender Hebel“ für die Übertragung der erprobten Naturschutzmaßnahmen auf andere Betriebe. AgE