Lautete die Parole in den vergangenen Jahren noch vielfach, die 30 muss vorne stehen, wenn es um den Rübenpreis geht, wagt das Zuckerunternehmen Pfeifer & Langen jetzt Prognosen deutlich jenseits der Marke von 50 € je Tonne Rüben. So formulierte Dr. Hermann Schmitz, Leiter Landwirtschaft, anlässlich eines Pressegesprächs am Standort Euskirchen in der vergangenen Woche sogar eine Preiserwartung bis zu 55 €/t im Flexmodell. Für das Sicherheitsmodell nannte er eine Preisobergrenze von 40 €/t. Möglich wird dies durch die knappe Versorgungslage mit Zucker auf dem europäischen Markt.
In der laufenden Kampagne rechnet das Unternehmen mit einem durchschnittlichen Zuckerertrag von 12 t/ha. Allerdings steht nach Angaben von Schmitz dahinter eine Spanne von 7 bis 8 bis zu 20 t/ha. Damit läge Pfeifer & Langen zwar nicht unter dem Durchschnitt, man könne aber auch nicht von einer Hyperernte sprechen. Deutlich unterdurchschnittlich falle dagegen die Ernte im europäischen Mittel aus. Hauptursache sei die Dürre gewesen. Da zudem auch noch in der EU rund 48 000 ha weniger Zuckerrüben angebaut wurden, was mehr als der rheinländischen Anbaufläche entspricht, dürfte die europäische Zuckerbilanz eher knapp ausfallen. Unerwartet sei dabei die Anbaueinschränkung in Polen mit knapp 30 000 ha ausgefallen. Als Ursache dafür führte Dr. Schmitz vor allem geringe Zuckergehalte aufgrund von Cercospora an.
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