Unter dem Strich hat sich die Agrar- und Lebensmittelversorgungskette in der Europäischen Union während der Corona-Pandemie als „sehr widerstandsfähig“ erwiesen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie über die bisherigen Auswirkungen der Corona-Krise auf den europäischen Agrarsektor, die dem Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments am Dienstag vergangener Woche vorgelegt worden ist. Demnach ist 2020 der Produktionswert der EU-Agrarindustrie zwar um 1,4 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken; gegenüber dem Durchschnitt der Jahre zwischen 2015 und 2019 lag der Wert jedoch um 2,9 % höher. Große Schwierigkeiten hat die Krise allerdings den Branchen gemacht, die stark von der Nachfrage an Verpflegungsdienstleistungen abhängig sind. Genannt werden in der Studie die Produktbereiche Wein, Rind- und Kalbfleisch. Erhebliche finanzielle Einbußen hätten zudem die Zucker- sowie die Schnittblumen- und Gartengehölzwirtschaft verkraften müssen. Mit Blick auf die Integrität des europäischen Binnenmarkts bescheinigt die Studie der Reaktion seitens der EU eine hohe Wirksamkeit. Uneinheitlich seien dagegen die Ergebnisse der Maßnahmen ausgefallen, die im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) getroffen worden seien. Kritisch hebt der Bericht dazu hervor, dass die Mitgliedstaaten nur teilweise oder in unterschiedlicher Form die von der EU erlaubten Hilfsmaßnahmen umgesetzt hätten.