Durch den genetischen Fortschritt, Verbesserungen im Besamungsmanagement sowie eine bedarfsgerechtere Versorgung der Sauen in der Trächtigkeit haben sich in den letzten Jahren die biologischen Leistungen der Sauen kontinuierlich verbessert. Dies zeigt sich vor allem an der erhöhten Anzahl lebend geborener Ferkel. Hier ist nun ein angepasstes Management der großen Würfe gefragt, um die Ferkelverluste während der Säugezeit gering zu halten und gleichzeitig kräftige und vitale Ferkel abzusetzen.
Wie wird dies bereits von den ferkelerzeugenden Betrieben in Deutschland gehandhabt? Welche Maßnahmen haben dabei für Sauenhalterinnen und Sauenhalter besondere Bedeutung? Kann man generelle Empfehlungen aus der Praxis ableiten? Diese und mehr Fragen sollte eine Umfrage zu Managementmaßnahmen beim Umgang mit großen Ferkelwürfen aus dem Jahr 2023 beantworten, initiiert durch die Arbeitsgruppe „Saugferkelverluste“ des Tierwohl-Kompetenzzentrums Schwein im Netzwerk Fokus Tierwohl. Das Netzwerk Fokus Tierwohl ist ein vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördertes Projekt.
An der Umfrage nahmen 89 Ferkelerzeugerbetriebe unterschiedlicher Betriebsgröße teil. Da nicht alle Teilnehmenden alle Fragen beantworteten, variiert der den Ergebnissen zugrunde liegende Datensatz. Etwa ein Drittel der Teilnehmenden hält 101 bis 300 Sauen, ein Drittel 301 bis 600 Sauen und die restlichen Betriebe weniger als 100 oder mehr als 600 Sauen, was 9 % und 16 % der Teilnehmenden entspricht. Jeweils ein teilnehmender Betrieb hält weniger als zehn und mehr als 3 000 Sauen. Mehr als die Hälfte der Betriebe arbeitet im Drei-Wochen-Rhythmus und am häufigsten wurden Gruppengrößen zwischen 21 und 40 Sauen genannt.
Angaben über die durchschnittliche Wurfgröße – gesamt geborene Ferkel – und die Anzahl der lebend geborenen Ferkel pro Wurf machten 85 beziehungsweise 87 Teilnehmer. Der Mittelwert bei den gesamt geborenen Ferkeln je Wurf aller Betriebe lag bei 17,7. Im Durchschnitt ergab die Anzahl lebend geborener Ferkel je Wurf 16,1 mit einer Spannbreite von 12,7 bis 19,9 lebend geborener Ferkel je Wurf.
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