Seit gut zehn Monaten sind sie in vielen deutschen Ställen zu finden: die Junghähne – die Brüder der deutschen Legehybridhennen. Damit betreten die Geflügelhalter Neuland in Sachen Fütterungsregime. Dr. Jochen Krieg, Pia Niewind und Josef Stegemann, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, stellen zwei verschiedene Futterstrategien vor, die in dem Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse in der Praxis erprobt wurden.
Grund für die Aufzucht der Junghähne ist das seit Anfang 2022 gültige Gesetz, welches das Töten von männlichen Eintagsküken in Deutschland untersagt. Diese Entscheidung hat die deutschen Brütereien vor Herausforderungen gestellt – die Geschlechtsbestimmung im Brutei ist derzeit noch nicht für einen flächendeckenden Praxiseinsatz geeignet.
Zum einen ist die Methode zeitaufwendig und in Deutschland derzeit lediglich nur bei Braunlegern am 13. Bruttag anwendbar. Zudem bietet keines der derzeit am Markt verfügbaren Systeme eine 100%ige Genauigkeit. Das bedeutet, dass selbst bei einem flächendeckenden Einsatz ein Schlupf von männlichen Küken nicht ausgeschlossen werden kann. Die Aufzucht der Junghähne ist somit momentan die vorrangige Methode und wird aus den oben genannten Gründen auch in den nächsten Jahren fester Bestandteil der deutschen Geflügelhaltung bleiben.
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