Wildes säen und ernten

Foto: Katrin John

Landwirt Stefan Becher aus Overath nimmt an dem Projekt „Öffentlichkeitskampagne zur aktiven und nachhaltigen Entwicklung artenreichen Grünlands mit regionalem Saatgut im Bergischen Land“ teil und hat deshalb ungewöhnliche Kulturen auf seinem Acker angepflanzt.

Sauerampfer ist auf Äckern normalerweise ein ungebetener Gast, doch bei Stefan Becher ist das anders. Im vergangenen Jahr hat er Sauerampfer und Wiesenpippau auf einem seiner Ackerschläge gepflanzt, um Saatgut regionaler Wildkräuter zu erzeugen. Doch wie kam es dazu? „Da ich Vertragsnaturschutz mache, wurde ich von der Biologischen Station Rhein-Berg auf die Teilnahme an dem Projekt angesprochen“, erzählt der Overather. Er ist einer von insgesamt vier Landwirten im Bergischen Land, die an dem Projekt „Öffentlichkeitskampagne zur aktiven und nachhaltigen Entwicklung artenreichen Grünlands mit regionalem Saatgut im Bergischen Land“ mitwirken. Bei den beteiligten Betrieben wurden jeweils andere Wildpflanzenarten angepflanzt. „Ich mache gerne immer mal wieder was Neues und wir werden in den nächsten Jahren daraus lernen“, sagt Stefan Becher über seine Projektteilnahme.

Hintergrund des Projekts ist eine verpflichtende Verwendung von regionalem Saatgut seit 2020 bei Ansaaten im Außenbereich. „Daher ist es wichtig, dass Regio-Saatgut produziert wird, also in unserem Fall im Bergischen Land gesammeltes Saatgut, das auch im Bergischen Land vermehrt wird“, erläutert Cornelia Lösche von der Biologischen Station des Rheinisch-Bergischen Kreises. Bisher gab es allerdings zu wenig von diesem Saatgut und da das Bergische Land ein Grünlandstandort mit viel Milchviehhaltung ist, war es für die Bio-Station schwierig, geeignete Anbauer zu finden. „Die Saatgutproduktion ist nicht ganz so einfach und man muss erst mal ein Gefühl dafür kriegen, weil sich diese Pflanzen anders verhalten als die üblichen Ackerkulturen“, erklärt die Agrarwissenschaftlerin.

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