Wind, Land und Wirtschaft

Foto: Christiane Aumüller-Gruber

Verändern, um zu bewahren: Bei Theresa Ungru aus dem nördlichen Münsterland stehen kulturelles Erbe und Tradition hoch im Kurs. Gerade deshalb bringt sie mit ihrem beruflichen Engagement frischen Wind in die traditionelle Landwirtschaft.

Schon vor zehn Jahren hat die 35 Jahre junge Landwirtin aus Hörstel im Kreis Steinfurt den Schweinemastbetrieb ihrer Familie übernommen. Ein Hof mit langer Geschichte, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Dass hier viel Wert auf Tradition gelegt wird, macht das renovierte, alte westfälische Hallenhaus, heute ein modern ausgestatteter Maststall, sichtbar. Den Blick auf den Hof prägen aber vor allem moderne Windkraftanlagen, die sich bis auf 560 m dem Hofgelände nähern. Sie überragen die flachen Gebäude und strahlen ruhige Präsenz aus.

Moderne und Technik stehen für die Landwirtin aus Hörstel keineswegs im Widerspruch zu Bewährtem. Sie sieht beides vielmehr als notwendige Anpassungsschritte, die sie bereit ist zu gehen. Als geschäftsführende Gesellschafterin zweier Windparks, dem Bürgerwind Hörstel und dem Bürgerwind Altenrheine, hat sie für den Betrieb ein tragfähiges zweites Standbein aufgebaut.

Auf dem Hof der Ungrus spielt der Kreislaufgedanke eine zentrale Rolle und wurde über die Generationen praktiziert. Das Futter für die Schweinemast kommt zu etwa 70 % vom eigenen Acker. Hier werden etwa 110 ha mit einer Getreidefruchtfolge bestellt. Futter und auch Gülle bleiben auf diese Weise im Betrieb. „Wir waren und bleiben familiär und nachhaltig.“ Und auch langfristige Beziehungen zu Geschäftspartnern hat sie, wenn möglich, fortgeführt und meint: „Eine langfristige Vertrauensbasis führt einfach zu mehr Einvernehmen.“ Und letztlich habe sie diese Prinzipien auf ihr Engagement in Sachen Windkraft übertragen.

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