Windenergie: Große Potenziale in NRW

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Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) hat in einer neuen Studie die Potenziale zum Ausbau der Windenergie in Nordrhein-Westfalen bis zum Jahr 2030 berechnet. In einem Minimalszenario, dem Restriktionsszenario, könnten demnach eine Leistung von 5,2 Gigawatt (GW) und ein durchschnittlicher Stromertrag von 13,3 Terawattstunden (TWh) pro Jahr erzielt werden. Dazu stünden 8 700 ha Fläche zur Verfügung. Im Leitszenario der Energieversorgungsstrategie wurde ein Maximum an Leistung in Höhe von 16,4 GW errechnet, bei dem auf rund 59 600 ha geeigneter Fläche ein jährlicher Stromertrag von 45,6 TWh möglich wäre. Die gesamte Potenzialfläche für die Windenergie entspricht je nach Szenario einem Anteil von 0,3 % beziehungsweise 1,7 % der Gesamtfläche von NRW.

Der Unterschied zwischen dem Res-triktions- und Leitszenario liegt in der Bewertung der Nutzbarkeit von Flächen. Im Leitszenario wurden Flächen in das Potenzial einbezogen, bei denen die Möglichkeit einer Windenergie-nutzung aus landesweiter Perspektive nicht abschließend eingestuft werden kann oder bei denen Anpassungen der planungsrechtlichen Rahmenbedingungen erforderlich sind. Neben Waldflächen betrifft dies auch Landschaftsschutzgebiete oder Abstandsflächen zu Erdbebenmessstationen. Ins Restriktionsszenario wurden nur Flächen einbezogen, die bereits heute ohne Einzelfallprüfung nutzbar sind. Um das 12-GW-Ziel bis 2030 zu erreichen, bräuchte es nicht nur neue planerische Rahmenbedingungen, das Ausbautempo müsste auch im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren mindestens verdoppelt werden. In beiden Szena-rien sind jeweils 1 421 jüngere Bestandsanlagen mit einer Leistung von 3,6 GW enthalten. In der Studie wird angenommen, dass sie im Jahr 2030 noch in Betrieb sein werden. Im Restriktionsszenario kommen 306 und im Leitszenario 2 406 neue Windenergieanlagen hinzu. Das Ausbaupotenzial der Windenergie konzentriert sich räumlich überwiegend auf die weniger dicht besiedelten Regionen des Landes. Große Anbaupotenziale werden in beiden Szenarien in der Eifel und dem Rheinischen Revier gesehen. Im Regierungsbezirk Köln könnten laut Leitszenario 548 neue Anlagen errichtet werden. Für den Raum Düsseldorf wird das Potenzial geringer eingeschätzt. Hier sind 107 neue Anlagen möglich. Die Gesamtstudie und weitere Potenzialstudien des LANUV sind auf der Website des LANUV verfügbar.