Wintergerste: Wie zeigten sich die Erträge?

Foto: Johannes Roeb

Eher enttäuschend fiel die diesjährige Wintergerstenernte aus. Wie einzelne Sorten in den Landessortenversuchen abschnitten, berichten Johannes Roeb und Heinz Koch, Landwirtschaftskammer NRW.

 

Die nordrhein-westfälische Anbaufläche für Wintergerste hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert und lag zur Ernte 2024 bei etwa 136.000 ha. Die bisher gemeldeten Erträge lassen allerdings erwarten, dass die Gesamternte deutlich geringer ausfallen wird als im langjährigen Durchschnitt und möglicherweise noch schlechter als 2007. Auch der Preis hat sich in den vergangenen Jahren negativ entwickelt und erhöht den Druck auf eine optimale Sortenwahl, Düngung und Pflanzenschutzstrategie.

 

Schlechte Ernte, schlechte Preise

 

„Regen bringt Segen“, lautet eine alte Bauernweisheit. Doch zu viel ist zu viel: Bereits im Zeitraum von Oktober bis Dezember fiel in Nordrhein-Westfalen fast doppelt so viel Niederschlag wie im langjährigen Mittel. Auch in der restlichen Vegetationszeit der Wintergerste waren die Mengen deutlich höher als in normalen Jahren. Der übermäßige Niederschlag führte bereits im Herbst dazu, dass sich vor allem Aussaaten auf gut wasserversorgten Standorten teils nur zögerlich entwickelten und Spätsaaten bereits im Feldaufgang deutlich beeinträchtigt wurden. Allerdings trat eine echte Vegetationsruhe meist erst im Januar ein, als zusätzlich eine Frostphase regional zu sichtbaren Kälteschäden führte.

 

Auch im Frühling entwickelte sich unter oft staunassen Bedingungen häufig nur ein schwaches Wurzelsystem, das kaum fähig war, die in tiefere Bodenschichten ausgewaschenen Nährstoffe aufzunehmen. Aufgrund der mangelnden Befahrbarkeit erfolgten vor allem organische Düngemaßnahmen oft relativ spät, insbesondere da sich die Bestände bei hohen Temperaturen sehr zügig entwickelt hatten.

 

Der im Vergleich zu den Vorjahren, deutliche Entwicklungsvorsprung relativierte sich erst mit den kühleren Bedingungen in der zweiten Aprilhälfte. Bis zur Ernte blieb die Witterung warm und regnerisch, mit nur geringen Tag-Nacht-Schwankungen und keinen Hitzetagen, allerdings auch weitestgehend ohne Sonnenschein.

 

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