Kann der Winterrapsanbau für die nächste Saison wieder attraktiver werden? Johannes Roeb und Heinz Koch, Landwirtschaftskammer NRW, geben einen Ausblick und Empfehlungen anhand der Ergebnisse des Landessortenversuchs 2024.
Die Anbaufläche für Winterraps in Nordrhein-Westfalen hat sich zur Ernte 2024 von fast 61 000 ha auf etwa 53 000 ha reduziert. Die diesjährige Ernte fällt vor allem auf den eigentlich besseren Standorten nur mäßig aus. Die unterschiedliche Reaktion der Sorten auf die besonderen Witterungsbedingungen der Saison 2023/24 erschwert eine sichere Sortenwahl.
Besserer Ertrag auf schlechteren Böden
Mehrjährig erzielt Winterraps auf tiefgründigen, gut durchwurzelbaren Löss- und Lehmböden mit hoher Wasserhaltekapazität die besten Erträge. Die extremen Niederschläge der vergangenen Saison führten allerdings dazu, dass besonders auf diesen Standorten der Boden oft wassergesättigt und die Wurzelentwicklung deutlich reduziert war. Auf schweren oder zu Staunässe neigenden Böden war die Situation oft noch kritischer und die Bestandsentwicklung erheblich beeinträchtigt. Die besten Winterrapsbestände ließen sich in der vergangenen Saison auf Standorten beobachten, die eigentlich zu den Grenzstandorten zählen und in normalen Jahren regelmäßig unter Wassermangel leiden.
Die schlechte Wurzelentwicklung wirkte sich negativ auf die Nährstoffaufnahme, die Ertragsbildung sowie auf die Standfestigkeit aus. Dies wurde besonders in den ostwestfälischen Höhenlagen deutlich, in denen Schneefälle im April einige Bestände frühzeitig ins Lager drückten. Bodenunabhängig dürften sich auch die wenigen Sonnenstunden und die somit begrenzte Fotosyntheseleistung negativ auf den Ertrag ausgewirkt haben.
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