Winterweizen: Welche Sorten überzeugen?

Foto: Johannes Roeb

Die Anbaufläche für Winterweizen in NRW reduzierte sich zur Ernte 2024. Die Aussaatmöglichkeiten waren witterungsbedingt stark eingeschränkt und die Ernteerträge fielen selbst innerhalb der Anbaugebiete unterschiedlich aus. Johannes Roeb und Heinz Koch, Landwirtschaftskammer NRW, berichten, wie die einzelnen Sorten mit den widrigen Umständen zurechtkamen.

 

Die nordrhein-westfälische Anbaufläche für Winterweizen verringerte sich zur Ernte 2024 auf etwa 188 000 ha. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang von etwa 20 %. Dazu kommt eine nicht genau zu definierende Anbaufläche von bis zu 6 000 ha, auf der Winterweizen erst nach dem 1. Januar gesät wurde. Statistisch wird sie daher dem Sommerweizen zugerechnet.

 

Der geringere Anbau ergibt sich aus den witterungsbedingt stark eingeschränkten Aussaatmöglichkeiten und deutet nicht auf einen langfristigen Trend hin. Die Erträge fielen im Vergleich zu den Vorjahren vor allem in den bodenklimatischen Gunstlagen oft unterdurchschnittlich aus. Besonders einige frühe Sorten konnten unter den überwiegend nassen Bedingungen des vergangenen Anbaujahres nicht überzeugen.

 

Verschiedene Bedingungen

 

Die Aussaat des Winterweizens in NRW erstreckte sich von Anfang Oktober bis Mitte Januar und wurde nicht nur von den eigentlichen bodenklimatischen Standortbedingungen, sondern auch vom Witterungsverlauf, vom Bodenzustand und eventuell von (förder-)rechtlichen Anforderungen beeinflusst. Obwohl die meisten frühen Aussaaten noch unter guten Bedingungen erfolgten, entwickelten sich diese im weiteren Vegetationsverlauf nicht zwingend besser als später gesäte Bestände.

 

Die ab Mitte Oktober anhaltenden Niederschläge führten besonders auf guten Böden mit hoher Wasserhaltekapazität zu Verschlämmung oder Staunässe. Damit beeinträchtigten sie den Feldaufgang, das Wurzelwachstum, die Nährstoffaufnahme und somit die Bestandsentwicklung. Herbizidschäden traten auf, wenn bodenwirksame Produkte durch den Niederschlag in die Wurzelzone der Weizenpflanzen verlagert wurden.

 

Bei späteren Aussaatterminen waren die Bodenbedingungen oft nicht optimal. Dennoch entwickelten sich diese Bestände bei angepasster Saatdichte und aufgrund des meist geringeren Krankheits- und Umweltdrucks häufig zufriedenstellend. Ausreichend abgetrocknet waren viele Böden allerdings erst wieder im Dezember und nicht selten erst ab Januar. Da die meisten aktuellen Winterweizensorten nur einen relativ geringen Vernalisationsbedarf aufweisen, war eine Aussaat auch zu diesem späten Zeitpunkt grundsätzlich noch möglich. Auf vielen Betrieben wurde stattdessen jedoch Sommergetreide oder bevorzugt Mais gesät.

 

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