„Wir müssen Mehrwert rüberbringen“

Foto: Dr. Elisabeth Legge

Einige Jahre gab es ihn nicht mehr. 2018 fand der letzte Bauerntag in der Wasserburg Rindern in Kleve statt. „Auf vielfachen Wunsch gibt es ihn jetzt wieder, aber in einem neuen Format“, stellte hierzu Dr. Markus Toppmöller, der Direktor der Wasserburg Rindern, fest. Das Katholische Bildungszentrum Wasserburg Rindern hatte zusammen mit den Kreisbauernschaften Kleve und Geldern und der Katholischen Landvolkbewegung am Dienstag vergangener Woche zum Bauerntag in die Wasserburg Rindern eingeladen. Der Bauerntag stand unter dem Motto „Agrarvisionen – Der (Mehr-)Wert der Landwirtschaft am Niederrhein“.

 

Vieles ist unentgeltlich

 

Landschaftspflege, Klimaschutz, Bodenerhalt, Berufsausbildung, Verbraucherschulungen und vieles mehr werden von landwirtschaftlichen Betrieben geleistet. „Landwirtschaft leistet so viel, aber vieles ist unentgeltlich. Wir wollen zeigen, wie unsichtbare Leistungen sichtbar gemacht werden können“, betonte Johann Verhoeven, Bildungsreferent der Wasserburg Rindern. Wie groß die Leistungen der Landwirte für Nachhaltigkeit und Gemeinwohl seien, hätte das Pilotprojekt „Richtig rechnen in der Landwirtschaft“ der KLB Deutschland gezeigt, das 2023 durchgeführt wurde. 80 Betriebe haben an diesem Projekt teilgenommen und insgesamt Gemeinwohl und Nachhaltigkeitsleistungen im Wert von rund 3 Mio. € pro Jahr, also im Durchschnitt 150 000 € pro Betrieb erbracht. Bezogen auf die Fläche sind das Leistungen im Wert von 1 359 € pro ha. Außerdem wurde der Nachhaltigkeitsgrad jedes Betriebs errechnet. Im Durchschnitt aller Betriebe lag dieser bei 67 %. Im Rahmen des Projekts nutzte man den Regionalwert-Leistungsrechner. Ein Tool, das nach Aussagen von Verhoeven die Gemeinwohl- und Nachhaltigkeitsleistungen der Landwirtschaft gut sichtbar macht (mehr dazu unten).

 

Die Hauptaufgabe der Landwirtschaft sei zwar die Ernährungssicherung, aber „Landwirtschaft hat auch einen riesigen Mehrwert“, betonte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen in ihrem Grußwort und versicherte: „Ich setze mich für die Stärkung der Landwirtschaft in NRW ein.“ Ihr Ministerium habe vieles auf den Weg gebracht, vieles erreicht und vieles anstoßen können. Unter anderem wies Gorißen darauf hin, dass NRW daran mitgearbeitet habe, dem Bund über 190 Vorschläge für den Abbau von Bürokratie im Agrarbereich vorzulegen. Außerdem mache sie sich für eine Vereinfachung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU stark, sagte die Ministerin. Vor allen Dingen wolle sie sich dafür einsetzen, dass Agrar-Umweltmaßnahmen weiterhin finanziert werden. Nachhaltiges Handeln sei für die Landwirtschaft keine Option, sondern notwendig. „Und die Landwirtschaft am Niederrhein ist in jedem Fall in Sachen Nachhaltigkeit gut aufgestellt“, zeigte sich Gorißen überzeugt.

 

Mehr in LZ 7-2025 ab S. 56

 

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