WLV fordert Neuverhandlungen

Eine Neuverhandlung der Preisabschlüsse zwischen Molkereien und dem deutschen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) fordert der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV). Nach Ansicht des Verbandes stehen „ALDI, Edeka, REWE und Co.“ in der Pflicht, die erkennbare positive Marktentwicklung unverzüglich an die Milchbauern weiterzureichen. WLV-Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier erinnerte am vergangenen Freitag daran, dass die großen Handelsunternehmen im Frühjahr viele Produktpreise aufgrund ihrer Marktmacht übermäßig stark gesenkt hätten. Damit hätten sie eine Abwärtsspirale bei den Erzeugerpreisen in Gang gesetzt, die mittlerweile Spuren zeige. Neue Zahlen belegten, dass eine Reihe von Höfen wegen der Krise die Kühe abgeschafft oder ihre Betriebe für immer geschlossen habe. „Der Preiskampf des LEH kostet immer mehr Existenzen; dies muss ein Ende haben“, mahnte Brüggemeier. Bei vielen Milchbauern führe die Preispolitik des Lebensmitteleinzelhandels auch deswegen zu besonderer Verbitterung, weil die großen Händler aus durchsichtigen Marketingmotiven immer stärker dazu übergingen, neue Produktionsstandards vorzugeben. Diese reichten oft über die gesetzlichen Bestimmungen hi­naus und sollten nach den Vorstellungen des Handels von den Bauern ohne Kostenerstattung erfüllt werden. Jüngstes Beispiel für dieses Gebaren sei ein neuer Forderungskatalog der Edeka-Gruppe, der in der vergangenen Woche bekanntgeworden sei.