WTO: Appell für freien Handel

Foto: imago/Andia

Ein weiteres Mal hat die Generaldirektorin der Welthandelsorganisation (WTO), Ngozi Okonjo-Iweala, die Bedeutung des Handels für die globale Ernährungssicherheit unterstrichen. „Ein freies, faires, offenes und vorhersehbares multilaterales Handelssystem und modernisierte Handelsregeln sind entscheidend für den Aufbau eines Agrar- und Ernährungssystems, das die Weltbevölkerung heute und in Zukunft mit guten Nahrungsmitteln versorgen kann“, betonte die Nigerianerin anlässlich des „World Food Forum“, das die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) diese Woche in Rom ausrichtet.

 

Okonjo-Iweala wies dabei auch auf den Klimawandel hin. Gut die Hälfte der weltweiten Nahrungsmittelproduktion findet ihr zufolge in Gebieten statt, die von Trockenheit oder instabilen Trends bei der Wasserversorgung betroffen sind. Zudem würden die Agrarproduktion und der Verbrauch nach wie vor durch Handelsbeschränkungen und Subventionen verzerrt. In 54 von der OECD untersuchten Ländern sei die Landwirtschaft im Zeitraum 2020 bis 2022 jährlich mit insgesamt durchschnittlich 630 Mrd. $ (580 Mrd. €) unterstützt worden. Diese Unterstützung habe häufig umweltschädliche Auswirkungen, da sie die übermäßige Nutzung von fossilen Brennstoffen, Energie und Wasser fördere. Die FAO schätzt laut der WTO-Chefin, dass die derzeitigen Agrar- und Ernährungssysteme „versteckte“ Gesundheits-, Umwelt- und Sozialkosten von mindestens 10 000 Mrd. $ (9 200 Mrd. €) pro Jahr verursacht.

 

Andererseits habe sich der weltweite Agrarhandel zwischen 2000 und 2022 verfünffacht und die durchschnittlichen Zölle auf landwirtschaftliche Erzeugnisse seien von 13 % im Jahr 2005 auf nur noch 5,8 % im Jahr 2022 gesunken. Dies habe dazu beigetragen, dass Lebensmittel erschwinglicher und verfügbarer geworden seien, erklärte die WTO-Generaldirektorin. Die WTO-Mitglieder sind laut Okonjo-Iweala aufgerufen, Handelshemmnisse und handelsverzerrende Stützungsmaßnahmen abzubauen, um zu einem besseren Funktionieren der Agrarmärkte beizutragen und Ressourcen in Milliardenhöhe freizusetzen.

 

AgE