Die Bedeutung von zertifiziertem Saatgut (Z-Saatgut) wird in der deutschen Landwirtschaft angesichts wachsender gesetzlicher Regulierungen weiter zunehmen. Davon sind der Geschäftsführer der I.G. Pflanzenzucht GmbH, Franz Beutl, und der Leiter der Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Willi Thiel, überzeugt.
Auch der Trend der vergangenen Jahre lasse erkennen, dass bei Weizen weniger nachgebautes und stattdessen mehr Z-Saatgut ausgesät werde, erklärten beide vergangene Woche bei einem Pressegespräch des Gemeinschaftsfonds Saatgetreide (GFS) in Hassfurt. „Die Struktur der Betriebe verändert sich massiv und viele Landwirte haben heute gar nicht mehr die Ressourcen, selber Nachbau zu betreiben“, erläuterte Beutl. Auch das Preis-Leistungsverhältnis von Z-Saatgut habe sich in den vergangenen Jahren gewandelt, sodass sich der Aufpreis gegenüber dem Nachbau nur noch auf maximal 20 €/ha belaufe. Ein weiteres wichtiges Thema seien die künftigen gesetzlichen Anforderungen an die Beizqualität. „Wir haben in unserer Auditierung sämtliche Anforderungen integriert, die der Gesetzgeber bald von einer zertifizierten Beizstelle verlangen wird. Wir geben unseren Aufbereitern daher bereits seit Längerem Tipps, um sich dem neuen System anzupassen“, so Beutl.