Kathrin: Geschafft! Ich hatte ja am Anfang gedacht, dass unser kleiner Selbstversuch anders ablaufen würde. Aber keiner von uns hatte wohl an Karneval erwartet, was uns die letzten Wochen beschäftigt hat. Da ist das Fasten für mich immer wieder weit in den Hintergrund getreten. Und ohne die Kolumne hätte ich es wohl nicht durchgezogen. Die innere Stimme, die mich im entscheidenden Moment zur Ordnung gerufen hat, war oft mit dem Gedanken „Wie willst du das den Lesern erklären?“ verbunden. Insofern danke an alle, deren Rückmeldung mir bewiesen hat, dass es da draußen interessierte Leser gibt, die ich nicht enttäuschen will! Für mich gab es ein paar Aha-Momente, doch das Leben wird sich jetzt nicht grundlegend ändern.
Im Gegenteil: Wie wahrscheinlich alle wünsche ich mir dringend wieder ein bisschen mehr Normalität. Doch das hat wenig mit dem Fasten zu tun, wie mir Ostern gezeigt hat. Ja, die Leckereien waren genau das – lecker. Aber ohne das Fest drum rum war für mich der Ostersonntagsmoment eher unscheinbar. Ich werde wohl nächstes Jahr wieder fasten, dann hoffentlich mit einem großen Familienfest und ganz vielen versteckten Schokoeiern. Denn wer eine Herausforderung bewältigt, sollte am Ende auch feiern – sich und den Sieg über die alten Gewohnheiten.
Marilena: So, hinter das Projekt Fasten können wir jetzt einen Haken setzen. Und das fühlt sich tatsächlich ziemlich gut an. Wir sind stark geblieben und haben es durchgezogen (bis auf einen kleinen Schwächemoment meinerseits) – jetzt haben wir unsere Laster endlich wieder. Was ich dabei gelernt habe? Die aktuelle Situation zeigt uns, wie ich finde, sehr deutlich, was wirklich wichtig ist. Für mich ist das Fasten erst dann zu Ende, wenn ich wieder meine Eltern besuchen kann und mit ihnen zusammen Kaffee trinke. Vielleicht ist das etwas, was uns Corona und das Fasten lehren: Wir sollten bewusster genießen und die Dinge nicht als zu selbstverständlich nehmen. Ich werde versuchen, dieses Fazit für mich mitzunehmen und werde es nächstes Jahr wieder probieren. Vielleicht mit etwas Ausgefallenerem wie der Snooze-Taste am Wecker, Negativschlagzeilen oder dem Fernseher. Man braucht ja schließlich eine neue Herausforderung, oder? Allen tapferen Mitfastern wünsche ich frohes Schlemmen und danke für die vielen motivierenden Worte. Bitte bleiben Sie gesund!