Die Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) folgt nicht dem Beispiel der Borchert-Kommission. Trotz Unzufriedenheit in den Reihen der ZKL-Mitglieder mit der Politik wird die Kommission ihre Arbeit fortführen. „Die Zukunftskommission wird gebraucht“, sagte der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Hubertus Paetow, gegenüber dem Nachrichtendienst Agra-Europe. Paetow hob zugleich die Eigenständigkeit des Gremiums hervor. Die nächsten Aufgaben werde man „mit gestiegenem Selbstbewusstsein“ angehen. Der DLG-Präsident bezeichnete die breite Zusammensetzung der ZKL mit Vertretern unterschiedlicher Interessen als „einen Wert an sich“, der auch in Zukunft Bestand haben müsse. Diese Einsicht überwiege gegenüber einer gewissen Enttäuschung über die schleppende und fehlende Umsetzung der Vorschläge durch die Politik. Vorsitzender der Zukunftskommission bleibt Prof. Peter Strohschneider. Aussteigen aus der ZKL wird bis auf weiteres der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. DLG-Präsident Hubertus Paetow versichert, dass der ZKL-Konsens von 2021 nicht in Frage gestellt werde.
Die damalige Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hatte die Zukunftskommission Landwirtschaft Ende 2019 als Reaktion auf die damaligen bundesweiten Bauerndemonstrationen eingesetzt. Ihr gehören rund 30 führende Köpfe von Verbänden und Organisationen aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft, dem Umwelt- und Tierschutz, dem Verbraucherschutz sowie der Wissenschaft an. Im Juli 2021 hatte die ZKL ihren knapp 160-seitigen Abschlussbericht mit dem Titel „Zukunft Landwirtschaft. Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ vorgelegt.