Zu Lasten des Tierwohls

Die jüngsten Preissenkungen für Milchprodukte bei den Discountern Aldi und Norma gefährden nicht nur die Existenz der Milchbauern, sondern sie gehen auch zu Lasten der Tiere. Darauf hat der Deutsche Tierschutzbund am Montag vergangener Woche hingewiesen und die Rotstiftaktion des Handels als „völlig falsches Signal an die Verbraucher“ bezeichnet. „Billigpreise erziehen die Verbraucher dahingehend, dass mittlerweile sogar Bioprodukte billig zu haben sind. Doch jede Preissenkung senkt das Tierschutzniveau“, kritisierte Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder. Die Versprechen der Branche, man wolle mehr Tierwohl schaffen, würden so konterkariert. Der zunehmende Preiskampf beeinflusse nämlich auch den Tierschutz in den Ställen: Landwirte, die vom Handel nur wenig Geld für ihre Milch erhielten, wirtschafteten am Existenzminimum und ihnen fehlten dann die notwendigen finanziellen Mittel für dringende Tierschutzinvestitionen im Stall. „Unsere Kritik trifft auch alle andere Handelsunternehmen, die auf Kosten der Tiere im Fahrwasser der auf Aldi und Norma aktuell verdichteten Schlagzeilen, Preise senken“, stellte Schröder klar.