Zu viele Besucher im Tulpenfeld

Foto: imago/Kraft

Über tausend Menschen hatten am Sonntag vergangener Woche ein Tulpenfeld in Jüchen im Rhein-Kreis Neuss besucht, sodass die Polizei Jüchen es abgesperrt und geräumt hat. Laut Polizei konnten die Corona-Regeln nicht mehr eingehalten werden.

„Wir wurden regelrecht überlaufen und sind immer noch fassungslos über das Verhalten der Menschen. Obwohl wir gerade eine Corona-Pandemie haben, war alles zugeparkt und die Menschenmasse war nicht mehr händelbar“, betont Petra Francken vom Paulushof in Grevenbroich. Gegen 11 Uhr kamen die Besucher, am Nachmittag löste die Polizei alles auf und sperrte die Wege ab. „Wir hatten alles gut vorbereitet. Die Felder mit Flatterband abgesperrt und Hinweisschilder aufgestellt, dass die Besucher bitte eine Maske anziehen. Wir wollten den Menschen gerne eine Ausflucht und einen Lichtblick in der Corona-Zeit liefern“, erklärt sie. „Aber viele zogen ihre Masken nicht an, meinten, sie hätten eine Maskenallergie oder seien geimpft. Das war unglaublich“, ärgert sich Petra Francken.

„Es waren einfach zu viele Leute. Die Masse war das Problem“, betont auch Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach. „Wir haben in den Medienberichten da­rauf hingewiesen, dass wir prinzipiell nichts gegen das Fotografieren haben, aber dass die Leute bitte immer auf den Wegen bleiben sollen. Von dort aus kann man sich die schönen Tulpenfelder gut anschauen und ein Foto machen. Wenn man das Tulpenfeld betreten möchte, muss man dies unbedingt mit dem Eigentümer vorher abstimmen“, hebt der Kreisvorsitzende hervor. Wenn man durch die Blumenfelder laufe und auf die Blätter trete, füge man den Pflanzen erheblichen Schaden zu. „Gesunde Blätter sind wichtig, damit die Zwiebeln wachsen können. Und beschädigte Blätter sind auch eine Eintrittsquelle für Pilzkrankheiten“, erklärt Wappenschmidt.

Die Tulpenfelder im Rhein-Kreis Neuss zählen mit 50 bis 60 ha zu den größten in Deutschland. „Historisch ist der Tulpenanbau hier durch die Nähe zu den Niederlanden entstanden. Es waren mal 100 ha“, berichtet Wappenschmidt.

„Unsere Tulpen dienen der Zwiebelproduktion. In dieser Woche werden die Tulpenköpfe abgemäht. Dann ist der Hype um Fotos vorbei“, ist Petra Francken vom Paulushof erleichtert. ah