Niedrige Preise, steigende Kosten, hohe Importe
Weniger Rüben, dafür aber ein höherer Zuckergehalt – das waren die wesentlichen Entwicklungen der Rübenkampagne 2025/26. Nach Angaben der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ) wurden in Deutschland insgesamt 4,421 Mio. t Zucker aus Rüben erzeugt. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Minus von rund 5 %. Zur Ernte 2025/26 hatten die Landwirte die Rübenfläche um fast 10 % auf rund 348 700 ha verkleinert. Zudem lag der durchschnittliche Rübenertrag mit82,1 t/ha etwa 3 % unter dem Vergleichswert. Angeliefert wurden insgesamt 28,62 Mio. t Rüben und damit 12,5 % weniger als im Vorjahr. Positiv wirkte sich hingegen ein Anstieg des durchschnittlichen Zuckergehalts der Rüben aus; eine günstige Witterung hatte für einen Zuwachs um knapp 8 % auf 17,59 % gesorgt.
„Die wirtschaftliche Lage ist so angespannt wie seit Jahrzehnten nicht“, fasste die WVZ die aktuelle Situation der Branche zusammen. Der europäische Zuckermarkt befinde sich in einer Krise. Die Preise am EU- und Weltmarkt seien auf Tiefstwerte eingebrochen, und die Kosten gingen nach oben. In diesen Zeiten erhöhten Importzugeständnisse an Brasilien oder Australien den Druck und ließen die hiesige Zuckerwirtschaft den Preis für neue Handelsdeals zahlen. Mit Blick darauf begrüßte die deutsche Zuckerwirtschaft die Ankündigung der EU-Kommission, den Import von Rohzucker über Zollregelung auszusetzen. Laut Zahlen derDG AGRI seien über diesen Weg allein in den ersten vier Monaten des Wirtschaftsjahres 2025/26 rund 512 000 t Zucker in die EU importiert worden.
Letztlich müsse dieses Schlupfloch für billigen Zucker, der unter niedrigen Umwelt-, Produktions- und Sozialstandards produziert werde, dauerhaft geschlossen werden. Die Regelung sollte grundlegend überarbeitet werden, so die Forderungen der WVZ. Die Aussetzung allein werde die Krise am Markt jedoch nicht lösen. Gegen verzerrte Märkte könnten die hiesigen Landwirte langfristig nicht bestehen. Deshalb müsse die Politik für einen fairen Wettbewerb mit gleichen Umwelt- und Sozialstandards sorgen, so der Verband. Aktuelle Schutzmaßnahmen würden zu kurz greifen oder seien für den Zuckermarkt ungeeignet.
AgE