Zukunftskommission einig

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Die Zukunftskommission Landwirtschaft hat sich gestern (29. Juni 2021) auf einen Abschlussbericht geeinigt. Die Kommission war vor dem Hintergrund der Traktoren-Demos im Herbst 2019 von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel initiiert worden und hat im September 2020 ihre Arbeit aufgenommen. Ihr soll nächste Woche am 6. Juli der Bericht übergeben werden. Laut Pressemitteilung unterbreitet die Kommission darin Empfehlungen für die künftige Agrar-, Umwelt- und Ernährungspolitik sowie für die Gestaltung eines Transformationsprozesses des Landwirtschafts- und Ernährungssystems.

In ihrer Pressemitteilung schreibt die Zukunftskommission, deren Vorsitz Prof. Dr. Peter Strohschneider innehat, dass es nach „teilweise jahrzehntelangen intensiven und emotionalen Auseinandersetzungen in Politik und Zivilgesellschaft“ hier gelungen sei, „einen gesamtgesellschaftlichen Aufbruch in die Zukunft der Landwirtschaft zu beschreiben“. In zehn Monaten intensiver Diskussion hätten es die zentralen Akteure aus Landwirtschaft, Umweltverbänden, Wirtschaft, Verbraucherschutz und Wissenschaft geschafft, Leitlinien und Empfehlungen für eine sozial, ökologisch und ökonomisch tragfähige Politik zu beschreiben und sich auf mögliche Wege dahin zu einigen.

„Dieser Transformationsprozess muss als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und angegangen werden. Nur dann kann Nachhaltigkeit zum erfolgreichen Geschäftsmodell im Landwirtschafts- und Ernährungssystem werden und sich auch volkswirtschaftlich rechnen. Wir alle müssen jetzt anfangen, in diese Zukunft zu investieren. Wer zuwartet, wird das teuer bezahlen müssen und gegenüber der jungen und kommenden Generationen nicht verantworten können. Die Zukunftskommission als Forum des fairen Interessenausgleichs zwischen Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, Wirtschaft und Verbrauchern und zusammen mit der Wissenschaft sendet mit ihren Empfehlungen der Politik ein klares Signal: Ökologisch verantwortliche Landwirtschaft kann betriebswirtschaftlich attraktiv und volkswirtschaftlich vorteilhaft sein“, wird Prof. Dr. Peter Strohschneider zitiert, Vorsitzender der Zukunftskommission Landwirtschaft.

Nach den Empfehlungen der ZKL sei die staatliche Förderung der Landwirtschaft an gesamtgesellschaftlichen Zielen auszurichten. Dazu gehörten Verbesserungen beim Schutz der Biodiversität, bei der Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen, beim Tierschutz und beim Erhalt vielfältiger Landschaftsstrukturen. Regionale Wirtschaftskreisläufe, betriebliche Nährstoffkreisläufe sowie insgesamt eine Diversifizierung der Betriebe würden der Kommission zufolge beitragen, das Landwirtschafts- und Ernährungssystem in seiner Gesamtheit resilienter auszurichten. Für besseren Klima-, Umwelt- und Tierschutz sollten kooperative Ansätze nicht nur das Miteinander der Landwirte, sondern auch die Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Naturschutz stärken, empfiehlt die Kommission. Für die gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP) ergäbe sich daraus, einen schrittweisen und vollständigen Umbau der Direktzahlungen im Laufe der nächsten zwei Förderperioden ab 2023 in Zahlungen, die konkrete Leistungen im Sinne gesellschaftlicher Ziele betriebswirtschaftlich attraktiv werden ließen. Zudem empfiehlt die ZKL der Bundesregierung und der Politik überhaupt, die bisher inputorientierte Förderung soweit wie möglich auf Ergebnisorientierung umzustellen und öffentliche Mittel entsprechend einzusetzen.

Weiterhin empfiehlt die ZKL verbindliche Instrumente zur Erhöhung von Markttransparenz und zur Förderung nachhaltiger und gesunder Ernährungsstile. Zu diesen gehörten eine stärker pflanzlich orientierte Ernährung und eine Reduzierung des Konsums tierischer Produkte, die auch mit einer weiteren Verringerung der Tierbestandszahlen einhergehen wird.