Die von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Deregulierung der neuen Züchtungstechniken ist einen großen Schritt weitergekommen. Der Umweltausschuss des Europaparlaments hat seine Empfehlung an das Plenum beschlossen. Anders als von Berichterstatterin Jessica Polfjärd ursprünglich vorgeschlagen, haben sich die Abgeordneten nicht dafür ausgesprochen, die neuen Verfahren auch im Ökolandbau zu erlauben und auf die Kennzeichnung von entsprechendem Saatgut zu verzichten. Gemäß der Empfehlung soll es aber keine verpflichtende Kennzeichnung auf Ebene der Verbraucher geben. Stattdessen soll die EU-Kommission nach sieben Jahren prüfen, wie die neuen Züchtungstechniken von Konsumenten und Erzeugern wahrgenommen werden. Ferner hat sich der Ausschuss dafür ausgesprochen, die von der Kommission vorgeschlagenen Kriterien für die Gleichsetzung von genomeditierten Pflanzen mit Produkten konventioneller Züchtungsmethoden anzupassen. Teil der Empfehlung ist zudem ein weitreichendes Verbot von Patenten im Zusammenhang mit den neuen Verfahren.
Für den Bericht stimmten 47 Abgeordnete, darunter alle Ausschussmitglieder der Europäischen Volkspartei (EVP). Auch die liberale Fraktion Renew Europe (RE) mit dem Ausschussvorsitzenden Pascal Canfin stellte sich mehrheitlich hinter das Vorhaben. Von den Abgeordneten der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten (S&D) sprachen sich nur vier für die Deregulierung aus. Im Vergleich zu den Nein-Stimmen war das eine Minderheit. Geschlossen gegen den Bericht stimmten die Grünen und Linken. Insgesamt wandten sich 31 Abgeordnete gegen die Empfehlung und vier enthielten sich. Nun steht vonseiten des Europaparlaments nur noch die Abstimmung im Plenum aus – voraussichtlich am 7. Februar.