Zwei Nobelpreise mit direkter Verbindung zur Landwirtschaft

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Nobelpreis für die Genschere

In ihrer Haltung bestätigt sehen sich die Befürworter der Nutzung der Genschere CRISPR/Cas9 in der Pflanzenzüchtung. Der diesjährige Nobelpreis für Chemie für die Französin Prof. Emmanuelle Charpentier von der Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene in Berlin und ihre US-Kollegin Prof. Jennifer Doudna bestärkt sie in ihrer Forderung, das EU-Gentechnikrecht anzupassen. Die beiden Forscherinnen haben unabhängig voneinander entdeckt, dass sich ein Genom mit dem molekularen Schneidwerkzeug an jeder beliebigen Stelle modifizieren lässt. Für Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zeigt die Entscheidung des Nobelpreiskomitees, wie fundamental die Entwicklung der Genschere ist – gerade auch für die Landwirtschaft und die weltweite Ernährungssicherung. „Wir wollen weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen, aber dennoch stabile Ernten. Hierbei kann die Genschere helfen“, betonte die Ministerin. Sie stellte klar, dass die klassische Pflanzenzucht schon immer das Erbgut von Nutzpflanzen angepasst habe. Mit der Genschere könne aber zielgenauer, schneller geforscht werden. In Deutschland haben sich erst kürzlich fast 60 Pflanzenzüchter im Forschungsvorhaben „PILTON“ zusammengeschlossen, um Weizen per Genschere mit einer Pilztoleranz auszustatten.           

Ehrung für Kampf gegen den Hunger

Auch in der deutschen Politik ist die Verleihung des diesjährigen Friedensnobelpreises an das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen (UN) begrüßt worden. Glückwünsche kamen unter anderem von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Der Friedensnobelpreis für das WFP sei Anerkennung und Ermutigung zugleich, erklärte die Ministerin. Die Ernährung aller Menschen zu sichern, sei die wichtigste Aufgabe der Weltgemeinschaft. Wer den Hunger besiege, lege die Grundlage für Frieden. Die weltweite Versorgung sei in Zeiten von Klimawandel, Corona-Pandemie und wachsender Weltbevölkerung eine große Herausforderung. Das WFP selbst wertete den Nobelpreis als „bewegende Anerkennung“ der eigenen Mitarbeiter. Das Welternährungsprogramm ist nach eigenen Angaben weltweit führend im Kampf gegen den Hunger und erreichte im vergangenen Jahr 97 Mio. Menschen; jährlich werden etwa 12,6 Mrd. Mahlzeiten ausgegeben.