Ein praxistaugliches, klimaschonendes Düngekonzept für Zwischenfruchtanbausysteme will das Institut für Pflanzenbau der Universität Kiel zusammen mit anderen Partnern entwickeln. Ziel sei es, den Bauern mit Abschluss des Projekts im Herbst 2020 passgenaue Empfehlungen zu geben, wie sie Zwischenfrüchte in der Düngung berücksichtigen könnten. Im bereits seit 2018 laufenden Projekt „THG-ZwiFru“ soll geklärt werden, unter welchen Bedingungen sich Lachgasemissionen im Herbst und Winter durch den gebundenen Stickstoff in der pflanzlichen Zwischenfruchtbiomasse vermeiden lassen. Das tatsächliche Klimaschutzpotenzial von Zwischenfrüchten, insbesondere der Einfluss variierender Standort- und Klimabedingungen, sei bisher noch nicht umfassend untersucht worden. „Wir gehen davon aus, dass bundesweit Zwischenfrüchte auf circa 20 % bis 30 % der landwirtschaftlichen Flächen angebaut werden könnten. In Gebieten mit hohen Nährstoffbelastungen, den sogenannten ‚roten Gebieten‘, wird aktuell sogar ein verpflichtender Anbau von Zwischenfrüchten diskutiert“, erklärte Projektleiter Prof. Henning Kage vom Kieler Pflanzenbauinstitut. Im Projekt werde auch der Effekt des Zwischenfruchtanbaus bei der Düngung der Folgekulturen untersucht, um die Mengen des freigesetzten sowie des mittelfristig festgelegten Stickstoffs in den Folgejahren gut abschätzen zu können. Gelinge dies in Zukunft besser, könnten Landwirte durch eine darauf angepasste Düngung die Treibhausgas-(THG)-Emissionen reduzieren.